Chorfahrt des Kirchenchor St. Cäcilia Neuhonrath nach Aachen
Am Wochenende vom 16. bis 18. August begab sich der Neuhonrather Kirchenchor auf nach Aachen, der alten Kaiser- und Krönungsstadt. Ein rundum buntes Programm mit Besuch der herrlichen Stadt Leuven in Belgien, Stadtführungen in Aachen und ein buntes Abendprogramm auf Burg Wilhelmstein in Würselen gipfelte am Sonntagmorgen mit einem Auftritt im ehrwürdigen Aachener Dom. Dort gestalteten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Stephan Kümmeler den Gottesdienst mit Stücken aus der „Missa super dixit Maria“ von Hans Leo Hassler (1594 – 1612) und dem Ave Maria von Jakob Arcadel (1507-1568).
Schon das Ansingen eine Stunde vor Messebeginn zeigte, dass der Chor in einem außergewöhnlichen Raum singen würde. Hoch über dem Gottesdienstraum des Oktogons auf der Orgelempore und dicht am Thron Karls dem Großen, stellten sich die Sängerinnen und Sänger auf. Das Besondere – der Chor sang ohne Orgelbegleitung, sodass die Akteure alles geben mussten. Es gelang wunderbar, auch Dank der langen Vorbereitung durch Stephan Kümmeler in den Proben. Der 1200 Jahre alte Kirchenraum trug das demütige Kyrie, das triumphale Gloria, das Schöne Benedictus und das stille Agnus Dei in alle Winkel, wo einst im Mittelalter die deutschen Könige des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurden. Und Karl der Große ruht unweit in seinem Schrein. Welch ein Privileg für den Chor in solch einer historischen und ehrwürdigen Umgebung gesungen haben zu dürfen. Domorganist Michael Hoppe lobte dann auch den Chor und würde sich auf ein Wiedersehen freuen.
Am Nachmittag ging es bei Sonnenschein im Bus wieder Richtung Lohmar. Aber mit einem Abstecher nach Brühl, wo das Renaissance-Schloss, die Residenz des früheren Kölner Erzbischofs Clemens August, besichtigt wurde.
So neigte sich die Aachener Chorfahrt dem Ende zu. Die vielen herrlichen Eindrücke werden noch lange den Chormitgliedern in Erinnerung bleiben.
Der Kirchenchor St.Cäcilia Neuhonrath auf Chorfahrt nach Masstricht und Valkenburg.
An einem frühen Freitagmorgen im sommerlichen August verlässt ein Reisebus das Aggertal in Richtung Eifel. Der Kirchenchor ist wieder auf Chorfahrt, diesmal nach Maastricht in den Niederlanden.
Das erste Zwischenziel ist Vogelsang in der Eifel. Hier erwartet den Sängerinnen und Sänger eine eindrucksvolle Führung über ein dunkles aber auch spezielles Kapitel deutscher Geschichte. Zurückversetzt in die Eifel der 1930er Jahre erfahren sie wie im Nationalsozialismus angehende Parteieliten, Junker genannt, auf der „Ordensburg“ Vogelsang geistig und körperlich gedrillt wurden um Ihre Aufgaben und furchtbaren Taten im Dritten Reich gehorsam auszuführen. Besonders beeindruckte wie der Nationalsozialismus zur Ersatzreligion erhoben wurde. Nicht zuletzt auch durch entlehnte Begriffe aus dem Christentum wie „Ordensburg“, Sälen die Kirchenräumen glichen und Ritualen, die an Liturgien erinnerten.
Bewegt und beeindruckt macht sich der Chor wieder auf den Weg, Ziel Monschau. Das Mittagessen auf neue Gedanken kommen.
Gestärkt steuert der Chor mit Busfahrer Peter nun Valkenburg in den Niederlanden an. Dort erwartet sie das freundliche Personal und die hübschen Zimmer im Hotel Atlas. Ausgeruht und erfrischt erkundet anschließend jeder Valkenburg und der Tag endet schließlich gesellig in einen der vielen Restaurants in der belebten kleinen Altstadt.
Der nächste Tag ist mit Programm gefüllt. Wahlweise besteigen die Sängerinnen und Sänger Leihfahrräder oder den Bus um bei Sonnenschein durch die grüne Landschaft Süd-Limburgs nach Maastricht zu fahren. Dort merkt man, dass Maastricht eine sehr beliebte Stadt ist. Überall Touristen, die die Stadt und Lokale bevölkern, und der Chor mischt munter mit. ‚Een Kopje Koffie met Appelgeback en Slagroom‘ am Maasufer machen glücklich und versüßen manchen den Ausflug.
Zurück in Valkenburg wird sich frisch gemacht denn es steht der gemütliche Abend bevor. Nach dem reichlichen Abendessen führen Mitglieder verschiedene Gesangsnummern und Sketche auf. Hier wurde tief in die Karnevalskiste gegriffen um einen lustigen und kurzweiligen Abend zu gestalten. Selbst das Hotelpersonal hatte Spaß an dem Abend.
Hier sind auch einmal die jugendlichen Mitglieder besonders zu würdigen, die sich mit besonderem Engagement am Gelingen der Chorfahrt beteiligt haben, sei es die Organisation der Fahrradtour oder eigene Beiträge am gemütlichen Abend.
Es ist Sonntag. Aufgerüscht in schwarz-weißem Sonntagsstaat macht sich der Chor auf den Weg nach Maastricht zu ihrem Aufritt in der katholischen Kirche „Heilig Hart van Jezus“ oder auch Koppelkerk, der Dachkuppel wegen, genannt. Ein beeindruckendes Gebäude aus den 1920er Jahren, das dennoch sehr modern wirkt. Trotz der Sichtbetonkonstruktion hat sie eine besinnliche Atmosphäre, denn der Kirchenraum unterhalb des großen Kuppeldaches ruht in sanften Licht, dass durch die farbigen Fenster fällt.
Der Chor hat sich in Altarnähe aufgestellt. Chorleiter Stephan Kümmeler und der Chor gestalten musikalisch den Gottesdienst, der natürlich in niederländisch gehalten wird. Nach der Eröffnung mit dem Lied „Turn to God“ von Eugene Butler begrüßt der Pastor den Chor ausgiebig in deutscher Sprache, was die Sängerinnen und Sänger mit Freude anerkennen. Der Chor wird von der Pianistin Regina Meester begleitet. Sie versteht es sehr gut trotz ihre meisterliche Begleitung den Chor in den Vordergrund zu stellen. Es folgen Mozarts „Laudate dominum“, Bachs „Wohl mir, daß ich Jesum habe“ und „Et misericordia“ aus dem Magnificat von John Rutter.
Der Applaus der Gottesdienstbesucher hält lange an. Sie sind erfreut und angetan von dem für sie unerwarteten Auftritts eines Kirchenchores aus Duitsland.
Dann geht es aber auch schon zurück nach Hause mit langem Zwischenstop im beschaulichen Städtchen Kornelimünster, unweit von Aachen.
Zuhause in Neuhonrath angekommen geht der besondere Dank des Chores an Gille Stubenrauch und Ursula Sauerwald, die diese wunderbare Fahrt ausgesucht und organisiert haben.
Kirchenchor St. Cäcilia Neuhonrath unterwegs in Paderborn und Weserbergland
Es war einmal in Paderborn an einem Sonntagmorgen im Sommer des Jahrs 1017. Kaiser Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde bereiten sich in der Pfalzkapelle St.Bartholomäus auf den Gottesdienst vor. Aus dem Dom dringen vielstimmig die gregorianischen Gesänge der Mönche in die Kapelle. Das Kaiserpaar und das adelige Gefolge schreiten sodann in einer kurzen Prozession durch die Morgensonne hinüber in die Kathedrale zur heiligen Messe.
1000 Jahre später, an einem Sonntagmorgen im August, betreten etwa vierzig Sängerinnen und Sänger aus Neuhonrath die kaiserliche Pfalzkapelle. Notgedrungen, denn zum Proben ihrer Lieder im Dom wäre die Zeit zwischen den Gottesdiensten zu knapp. Das Ansingen muss nun ohne Orgel funktionieren. In diesem Moment denkt aber keiner an die alten Kaiser und Könige des Mittelalters, die sich stets hier einfanden, sondern alle konzentrieren sich auf die Lieder, die sie in einer Stunde im Dom erklingen lassen werden.
Zwei Tage zuvor brach der Chor begleitet von Ehepartnern und Freunden morgens in einem roten Doppeldeckerbus auf zur Chorfahrt nach Paderborn. Nach einer entspannten Fahrt erreichen sie Paderborn und das Hotel ‚InVia‘. Das Organisationsteam hat alles vorzüglich geplant und so treffen sich alle nach dem Mittagessen zu einem Stadtrundgang. Auf dem Weg wird die Stadtgeschichte, dank der engagierten Stadtführerinnen, wieder lebendig. Funde des Hellweges, die große mittelalterliche Heer- und Handelsstraße, sowie profane und kirchliche Bauwerke bezeugen die lange Geschichte Paderborns, deren Gründung an der Quelle der Pader Karl dem Großen zu verdanken ist. Der romanisch-gotische Dom, geweiht auf St.Maria, St. Liborius und St. Kilian, ist der Höhepunkt der Führung. Das Doppelkreuz auf den Turmspitzen weist auf erzbischöfliche Kirche hin. Natürlich wird auch das bekannte Drei-Hasen-Fenster des Doms präsentiert: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei“. Nach der Führung steht der Rest des sonnigen Tages zur freien Verfügung. Viele Chorreisende treffen sich am Abend in einem der Gasthöfe an der Pader zu Bier, Wein, westfälischer Küche und langen, entspanntens Gesprächen.
„Der Bus springt nicht an!“ So beginnt der Samstagmorgen. Chor und Begleitung stehen im Hoteleingang parat für den Bus, der sie an die Weser bringen soll wo ein Ausflugsschiff auf sie wartet. Vermutlich sind die Batterien entladen. Ein LKW-Notdienst ist bereits unterwegs. Banges Warten. Werden wir das Schiff noch rechtzeitig erreichen? Nach einer halben Stunde kommt die erlösende Nachricht, dass der Bus wieder flott ist und nun zum Einsteigen bereit steht.
Die Fahrt führt den Chor durch das schöne Weserbergland. In Bad Karlshafen geht es an Bord. Gemächlich fährt das Schiff durch herrliche Auen und vorbei an idyllischen Ortschaften und Campingplätzen. Paddler und Kanuten winken den Passagieren zu. Dann erreicht das Schiff sein Ziel Corvey bei Höxter. Ein kurzer Fußmarsch und Chor und Begleiter stehen vor dem Schloss und Kloster Corvey, die seit 2014 UNESCO Weltkulturerbe sind. Eine imposante Anlage deren Bau in das Mittelalter zurückreicht. Auf dem Vorplatz der alten Klosterkirche singt der Chor zur Freude der Mitreisenden und fremden Besucher, die begeistert Applaus spenden.
Zurück nach Paderborn geht es mit dem Bus, der zwischenzeitlich mit neuen Batterien ausgerüstet wurde.
Der traditionell „bunte Abend“ wird den Samstag abrunden. Ein Spaziergang durch die Stadt führt alle in den „Schützenhof“. Dort gibt es nach dem Abendessen ein selbstgemachtes Unterhaltungsprogramm. Die Jugend des Chores hat sich eine Quizrunde ausgedacht an der ausgewählte Kandidaten und die Anwesenden teilnehmen, um die teilweise kniffligen Fragen zu beantworten. Es singt natürlich auch der Chor. Chorbegleitung und Bedienung sind dankbare Zuhörer. Die Frauengruppe „De Schinghillije“ führt zu einem alten Gesang mit neuem Text und Mönchskutten die schräge Nummer „Der Abt ist fott“ auf. Sie besingen lustig und bildhaft wie es in einem Kloster zugeht, wenn das wachende Auge des Abtes mal nicht hinschauen kann. Am Ende sind alle Gelübde gebrochen.
Tenorsänger Manfred Zimmermann gibt eine Rede zum Besten, die von einem verstorbenen Erbonkel aus Amerika handelt und erzählt wie durch Missverständnisse seine Asche statt in heimatliche Erde in den Mägen der Verwandten beigesetzt wird. Manfred Zimmermann wird mit Lachen und Applaus belohnt trotz – oder wegen – der makabren Komik.
Am Sonntagmorgen begibt sich der Chor nach der Probe in der Pfalzkapelle in den Dom. Eine halbe Stunde vor Messe werden die Plätze eingenommen. Prof. Ganz, der den Chor als Organist begleitet nimmt an der Orgel Platz. Die Orgelbedienung ähnelt eher einem Cockpit. Ein Stück Hightech, wo sich analoge und digitale Welt vereinigen.
Ein kurzes Ansingen der Stücke und dann ist es bald so weit. Der Gottesdienst beginnt, und als Co-Zelebrant ist Pfarrer Markus Feggeler zur Freude des Chores dabei, der am Morgen aus Lohmar extra angereist ist. Stephan Kümmeler, und der Chor begleiten den Gottesdienst mit einer Messe von Colin Mawby. Nach der Kommunion erklingt „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelsohn-Bartholdy. Die Soloteile singt die Sopranistin Susanne Siller-Kümmeler, die Ehefrau von Stephan Kümmeler, in wunderbar klaren Tönen. Vielen Messbesuchern ging eine Gänsehaut über den Körper. Nach der Messe heißt es dann „ab in den Bus“, denn es geht nun Richtung Rheinland. Allerdings mit zweistündigem Zwischenstopp in Brilon wo ein Stadtfest gefeiert wird und der Chor sich vergnügen kann.
Abends in Neuhonrath angekommen beenden viele der Ausflügler die gelungene Chorfahrt bei Lieselotte in der Gaststätte „zur Baach“ mit heimischen Kölsch.
An dieser Stelle sei einigen Leuten großer Dank gebührt, die aktiv am Gelingen der Fahrt beteiligt waren. Vorneweg das Organisationsteam Gille Stubenrauch, Ursula Sauerwald und Michael Panthen, die seit Monaten geplant, angerufen, bestellt und reserviert haben. Die musikalischen Gestalter Stephan Kümmeler, Prof. Ganz und Susanne Siller-Kümmeler, denen der Chor den erfolgreichen Auftritt im Paderborener Dom zu verdanken hat. Und dann auch den jugendlichen Chormitgliedern, die mitgefahren sind, mitgesungen haben und aktiv den bunten Abend gestalteten. Sie fielen besonders positiv auf, da viele Leute das heutzutage nicht erwarten, dass junge Menschen in einem Kirchenchor mitsingen. Nicht zu vergessen der Busfahrer Peter, der trotz technischer Widrigkeiten immer seine gute Laune behielt und den Bedürfnissen der Reisenden entgegen kam wo immer es möglich war. Vieleicht weil er auch Chorsänger ist!
Nach der Messe, die Mönchsgesänge noch in den Ohren, ritten eine Ritterschar mit Kaiser Heinrich und Kunigunde auf Pferderücken schaukelnd zur nächsten Pfalz. Vielleicht sehnten sie sich nach bequemeren Reisemittel und schönen sauberen Straßen. Aber das sollte noch fast 1000 Jahre dauern.