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Wenn die Lieder verstummen

Der Kirchenchor St. Cäcilia Neuhonrath im Ausnahmezustand.

Lothar Mies

Ein Chorjahr, das keines war, neigt sich dem Ende zu.

Kein mehrstimmiges Halleluja zu Ostern, kein feierliches Gloria zur Erstkommunion, keine Festgesänge zu Pfingsten und zur Fronleichnamsprozession, kein kölsche Meß zur Kirmes, kein herbstliches Konzert mit anschließendem Umtrunk, kein Cäcilienfest für und mit dem Chor, und dann das noch … Weihnachten ohne „Transeamus usque Bethlehem“ Gesang in St. Mariä Himmelfahrt in Neuhonrath und Kreuzerhöhung in Scheiderhöhe.

Kein „Frohe Ostern“ und „Frohe Pfingsten“, kein „Frohe Weihnachten“ und keine Umarmungen.

Kein Applaus.

Ein Chorjahr, das keines war.

Das einzige Chorereignis 2020 waren unsere beiden Karnevalssitzungen. Begriffe wie Sars-Cov-2, Corona und Covid-19 waren uns unbekannt und so wurde dem Frohsinn freien Lauf gelassen. Dann aber geschah alles ziemlich schnell. Kurz nach Karneval war die Welt plötzlich eine ganz andere. Das Virus schlug zu und das öffentliche und soziale Leben wurde von den Behörden stark eingeschränkt. So hatte auch der Chor-Vorstand schon frühzeitig die Proben ausgesetzt noch bevor die ersten Verordnungen wirksam wurden. Leider war es notwendig. Denn auch im Chor waren einige Sängerinnen und Sänger an Covid-19 erkrankt. Gott-sei-Dank sind alle wieder genesen.

So ganz stumm blieben wir dann doch nicht. Unter dem Chorleiter Stephan Kümmeler werden seit Mai, Internet sei Dank, wöchentliche Onlineproben durchgeführt. Immer stimmenweise an verschiedenen Terminen, mal Bass, mal Tenor, mal Alt und Sopran. Das ersetzt nicht die Qualität der Präsenzproben und schon gar nicht das zwischenmenschliche Wirken des Chores aber es ist das mindeste das der Chor machen kann um gesanglich fit zu bleiben. Nicht alle nehmen daran teil denn nicht jedes Mitglied kann sich mit Onlineproben anfreunden oder ist technisch nicht in der Lage dazu. Aber es ist das maximale was Stephan Kümmeler derzeit anbieten kann. Und das macht er mit sehr viel Engagement und Freude.

Und dann gibt es noch die Hoffnung. Hoffnung auf Impfstoffe und einem Ende der Pandemie irgendwann in 2021. Wann wir wieder zur Probe in die „Alte Schule“ in Neuhonrath können ist offen. Aber wir dürfen hoffen, dass wieder Halleluja und Gloria in den Kirchen erklingen und zu Weihnachten 2021:

Transeamus usque Bethlehem
et videamus hoc verbum quod factum est.
Mariam et Joseph et Infantem positum in praesepio.

Gloria in excelsis Deo,
et in terra pax hominibus bonae voluntatis.

Lasst uns nach Bethlehem gehen
und sehen dieses Wort, das geschehen ist.
Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe liegt.

Ehre sei Gott in der Höhe,
und auf Erden Friede den Menschen guten Willens.